Handhelds im Vergleich: Nintendo 3DS und PlayStation Vita heute
Bildschirm, Bedienung und Spieleangebot der beiden Handhelds im nüchternen Vergleich.
Zwei Geräte, zwei Grundentscheidungen
Der Nintendo 3DS kam 2011 auf den europäischen Markt, die PlayStation Vita folgte im Februar 2012. Nintendo blieb bei der Klappbauform mit zwei übereinanderliegenden Bildschirmen und einem Bedienstift. Sony setzte auf eine einzelne große Anzeige, zwei Analogsticks und eine Bedienung, die sich an einer Heimkonsole orientiert. Diese beiden Grundentscheidungen erklären fast jeden Unterschied, der Ihnen im Alltag begegnet.
Neue Titel erscheinen für keines der beiden Geräte mehr. Wer heute einsteigt, kauft also ein abgeschlossenes Spieleangebot, dessen Umfang feststeht. Das erleichtert die Auswahl: Sie müssen nicht abwägen, wie sich eine Plattform noch entwickelt, sondern nur, welche vorhandenen Spiele Sie interessieren.
Der digitale Vertrieb für den 3DS wurde im März 2023 eingestellt, beim Vita ist das Angebot ebenfalls stark ausgedünnt. Das physische Modul ist damit für beide Systeme der verlässliche Weg zum Spiel.
Der Bildschirm: zwei Ebenen gegen eine große Fläche
Der 3DS in der Grundausführung hat oben ein 3,53 Zoll großes Breitbild mit 800 mal 240 Bildpunkten, von denen im 3D-Betrieb je 400 mal 240 auf ein Auge entfallen. Der untere, berührungsempfindliche Bildschirm misst 3,02 Zoll bei 320 mal 240 Punkten. Die XL-Varianten vergrößern die Fläche auf 4,88 und 4,18 Zoll, ohne die Punktzahl zu erhöhen. Die Darstellung wirkt dadurch grober, viele Nutzer empfinden die größeren Modelle beim Lesen von Menütexten trotzdem als angenehmer.
Die Vita bietet 5 Zoll mit 960 mal 544 Punkten auf einer einzigen Fläche. Die erste Serie mit der Kennung PCH-1000 nutzt eine OLED-Anzeige mit sehr kräftigen Farben und tiefem Schwarz. Ab der zweiten Serie PCH-2000 verbaute Sony eine Flüssigkristall-Anzeige: etwas blassere Schwarzwerte, dafür geringeres Gewicht und längere Laufzeit. Die Kennung steht auf der Rückseite und ist beim gebrauchten Kauf die wichtigste Angabe überhaupt.
Praktisch heißt das: Die Vita zeigt Bewegtbild und feine Schrift deutlich sauberer. Der 3DS ist dort im Vorteil, wo Karten, Inventare oder Notizen dauerhaft sichtbar bleiben sollen, weil sie den unteren Bildschirm belegen und das Spielgeschehen oben ungestört weiterläuft. Der räumliche Effekt lässt sich am 3DS jederzeit per Schieberegler abschalten.
Bedienung im Alltag
Der 3DS hat ein Schiebepad, ein Steuerkreuz, vier Tasten und zwei Schultertasten. Die späteren New-Modelle ergänzen einen kleinen zweiten Stick und zwei zusätzliche Schultertasten. Der untere Bildschirm arbeitet drucksensitiv, er reagiert also auf den Bedienstift zuverlässiger als auf den Finger. Für Menüs, Karten und Zeichnen ist das genau richtig, für schnelles Wischen weniger.
Die Vita hat zwei vollwertige Analogsticks, einen fingerbedienbaren Bildschirm, der mehrere Berührungen gleichzeitig erkennt, und ein Tastfeld auf der Rückseite. Wer dreidimensionale Actionspiele oder Rennspiele mag, merkt den Unterschied sofort: Bewegung und Blickrichtung lassen sich getrennt steuern. Killzone: Mercenary aus dem Jahr 2013 ist dafür das klarste Beispiel im Sortiment, weil es die Zielsteuerung konsequent auf den rechten Stick legt.
Ein oft übersehener Punkt ist die Bauform. Der 3DS schützt beide Bildschirme, sobald Sie ihn zuklappen, und übersteht den Transport in einer Tasche ohne Zubehör. Die Vita liegt zwar ruhiger in der Hand, braucht aber eine Hülle, sonst zeichnet sich jeder Schlüssel im Bildschirm ab.
Das Spieleangebot
Der Katalog des 3DS ist erheblich größer und breiter aufgestellt. Rollenspiele, Strategie und Rätselspiele bilden den Kern. Etrian Odyssey Nexus von 2019 zeigt, wozu zwei Bildschirme wirklich taugen: Sie zeichnen die Karte des Labyrinths mit dem Bedienstift selbst, während oben der Gang vor Ihnen sichtbar bleibt. Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia und Professor Layton and the Miracle Mask nutzen die zweite Ebene auf ähnliche Weise für Übersicht und Eingaben.
Die Vita hat den kleineren, aber sehr eigenständigen Katalog. Japanische Rollenspiele und Nischentitel prägen ihn, dazu einige technisch aufwendige Titel wie Freedom Wars oder Tokyo Xanadu. Die europäischen Auflagen fielen oft klein aus, weshalb Sie manche Module heute nur gebraucht finden.
Zwei formale Hürden sollten Sie kennen. Module für den 3DS sind an die Region gebunden: Ein europäisches Gerät spielt europäische Module, japanische oder amerikanische bleiben außen vor. Die Vita ist in dieser Hinsicht offen, verlangt aber eine Speicherkarte in Sonys eigenem Format, erhältlich von 4 bis 64 Gigabyte. Ohne sie können Sie weder Spielstände sichern noch heruntergeladene Titel ablegen. Der 3DS begnügt sich mit einer handelsüblichen SD- beziehungsweise microSD-Karte.
Worauf Sie beim gebrauchten Gerät achten
Beim 3DS sind das Scharnier und das Schiebepad die typischen Schwachstellen. Prüfen Sie, ob die Klappe in jeder Stellung hält und ob die Gummikappe des Pads noch fest sitzt. Feine Kratzer auf dem unteren Bildschirm stammen vom Bedienstift und sind üblich, tiefe Riefen stören dagegen die Eingabe.
Der Akku des 3DS sitzt hinter einer verschraubten Klappe und lässt sich ohne Fachkenntnis wechseln, bei der Vita ist er fest verbaut. Achten Sie außerdem auf das passende Netzteil: Der 3DS nutzt einen eigenen Stecker, die erste Vita-Serie ebenfalls, während die PCH-2000 über Micro-USB lädt.
Welches Gerät zu Ihnen passt
Wenn Sie lange Rollenspiele, Strategie und Rätsel mögen und Wert auf Übersicht legen, ist der 3DS die naheliegende Wahl. Der Nintendo 2DS spielt dieselben Module, verzichtet auf den räumlichen Effekt und auf die Klappmechanik und hat damit zwei bewegliche Teile weniger, die ausfallen können. Für Kinderhände und für alle, die den 3D-Effekt als anstrengend empfinden, ist das die ruhigere Lösung.
Wenn Ihnen Bildqualität, zwei Sticks und schnelle Bewegungsabläufe wichtiger sind, führt der Weg zur Vita. Wer deren Spiele auch am Fernseher sehen möchte, findet mit dem Sony PlayStation TV eine kleine Box, die einen Teil des Vita-Angebots mit einem gewöhnlichen Controller wiedergibt. Beachten Sie dabei, dass Titel, die den Bildschirm oder das rückseitige Tastfeld zwingend brauchen, dort nicht laufen.
Beide Systeme schließen sich nicht aus, denn sie decken unterschiedliche Genres ab. Wer sich zuerst für eine Spielereihe entscheidet und danach für das Gerät, trifft in aller Regel die bessere Wahl.
Passende Artikel aus dem Sortiment
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Nintendo 2DS
70,00 € inkl. MwSt., versandkostenfrei
Spielt dieselben 3DS-Module, verzichtet auf den räumlichen Effekt und die Klappmechanik und ist damit die unkomplizierte Einstiegsvariante.
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Etrian Odyssey Nexus
34,49 € inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zeigt den eigentlichen Sinn der zwei Bildschirme: Karte unten mit dem Bedienstift zeichnen, Spielgeschehen oben verfolgen.
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Killzone: Mercenary
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Nutzt die zwei Analogsticks der Vita konsequent und zeigt, was die Auflösung von 960 mal 544 Punkten hergibt.
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Sony PlayStation TV
80,00 € inkl. MwSt., versandkostenfrei
Gibt einen Teil des Vita-Angebots am Fernseher wieder, sofern der Titel ohne Bildschirmeingabe auskommt.